Facebook-Übersetzer löst Großeinsatz der Polizei aus

Facebook-Übersetzer löst Großeinsatz der Polizei aus

Es macht beinahe sprachlos, dass die Polizei sich bei ihren Einsätzen, die nicht selten über Leben und Tod entscheiden, auf einen Übersetzer-Algorithmus verlässt.

Ein palästinensischer Bauarbeiter durfte vergangene Woche auch sprachlos gewesen sein, als er wegen akuter Terrorgefahr von israelischen Spezialeinheiten festgenommen wurde. Laut der Times of Israel setzte der Mann am 15. Oktober einen Facebook-Post ab, in dem er mit Zigarette und Kaffee vor einem Bagger posierend seinen Freunden allesamt „einen guten Morgen“ wünschte. Facebooks automatische Übersetzungsfunktion unterlief ein folgenschwerer Fehler, wie alle Beteiligten wenig später erfahren sollten. Diese fabrizierte aus „Guten Morgen“ auf Arabisch „Attackiert sie“ auf Hebräisch. Nur ein Buchstabe unterscheidet das umgangssprachliche „Guten Morgen euch allen“ auf Arabisch (“يصبحهم” oder “yusbihuhum”) und „Attackiert sie“.

Dass maschinelle Übersetzungstools bei weitem nicht perfekt arbeiten, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, anscheinend jedoch nicht bis zur israelischen Polizei. Laut der israelischen Tageszeitung Haaretz soll kein arabischsprechender Beamter den Post geprüft haben. Dann wäre dem jungen Mann die Erfahrung einer Festnahme erspart geblieben – und der Polizei die Häme.

Noch während der Vernehmung bemerkten die Polizisten den Fehler und ließen den Baggerfahrer wieder frei. Der hat mittlerweile den Post gelöscht und war zu keiner Stellungnahme bereit.  Die Polizei rechtfertigte den Großeinsatz unter anderem mit dem Foto, da in Israel in der Vergangenheit mehrere Anschläge mit Baggern verübt wurden.

Es kommt immer wieder zu mehr oder minder folgenschweren Fehlern beim Übersetzen. Mehr dazu in unserem Artikel „Sprachunfälle – von kurios bis Krieg