Fettnäpfchen in Spanien – Viva España

Fettnäpfchen in Spanien - Viva España

Unsere Top 5- Survival-Tipps verraten dir, wie du beliebte Fettnäpfchen in Spanien umgehen kannst.

Flag_of_Spain.svgTeneriffa, Gran Canaria, Malle, Barcelona…auf den ersten Blick ist Spanien für uns weder ein besonders weit entferntes noch ein besonders exotisches Urlaubsland, hat doch fast jeder zweite Deutsche ein Ferienhaus in Spanien oder träumt zumindest davon. Doch Vorsicht! Auch wenn das Land der Stiere und Tapas scheinbar nur einen Katzensprung entfernt ist und du deshalb glaubst, du könntest dich dort wie zu Hause benehmen: Es gibt jede Menge Fettnäpfchen, vor denen man sich ganz einfach durch ein bisschen Wissen schützen kann. Und wie? Lies einfach unsere Fettnäpfchen-Survival-Tipps über Spanien. Und mit etwas Glück und der richtigen Antwort (s.u.) gewinnst du einen Fettnäpfchenführer Spanien des Conbook Verlags.

1. Umarmung, Küsschen oder Handschlag? – Begrüßung und Körpersprache in Spanien

  • Zwischen Distanz und Nähe: Begrüßungen fallen bekanntlich auf dem Globus sehr unterschiedlich aus, so auch innerhalb Spaniens. Offenheit oder Distanz kann je nach Region erwünscht oder ein Fauxpas sein. In Katalonien ist man eher distanziert und reicht sich nur die Hand, in Madrid küsst man die Frauen auf die Wangen, Männer tun dies untereinander nur, wenn sie sehr enge Freunde sind. Im Familien- und Freundeskreis umarmen sich Frauen, geben sich Küsschen auf die Wange, bei Männern bleibt es meist bei der Umarmung. Generell klopfen sich Männer in Unterhaltungen gerne und häufig auf die Schulter. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du einfach abwartest, welche Art der Begrüßung dein Gegenüber wählt.
  • In Geschäftskreisen ist Tuchfühlung angesagt, denn distanziertes Verhalten erweckt Misstrauen. Zum Abschied sollte man sich mindestens die Hand reichen und Augenkontakt halten.
  • Die Körpersprache: Spanier reden gerne, nicht unbedingt mit den Füßen aber ganz bestimmt mit den Händen. Raumgreifende Gesten, Umarmungen und auf die Schulter klopfen kommen dabei nicht zu kurz. Das mag für den einen oder anderen Deutschen etwas ungewohnt sein. Trotzdem solltest du, sofern du selbst in einer solchen Situation bist, nicht vor dieser Nähe zurückschrecken. Das könnte als Beleidigung oder Zurückweisung interpretiert werden. In jedem Fall ist es aus spanischer Sicht unhöflich.
  • Auf der Straße: Du triffst einen Bekannten auf der Straße, hast aber gerade überhaupt keine Zeit für einen kleinen Plausch? Dann solltest du auf keinen Fall “Hola” zur Begrüßung sagen. Dieses kleine Zauberwort ist quasi ein Gesprächsöffner. Mit “Hasta luego” oder “Adios” gibst du zu verstehen, dass du keine Zeit hast – ohne unfreundlich zu sein.

2. Ins Wort fallen und weitere sprachliche Besonderheiten in Spanien

  • Du oder Sie? Spanier steigen gerne und schnell auf das Du um, auch unter Kollegen. Hier solltest du als Deutscher nicht auf dem Sie beharren. Leider lässt sich aus dem Wechsel zum vertrauteren Du nicht ableiten, dass der spanische Gesprächspartner dich besonders sympathisch findet.
  • Englisch hört sich spanisch an: In Spanien spricht man Spanisch. Mit Englisch kommst du meistens nicht besonders weit, was nicht zuletzt am Stolz der Spanier liegt. Bei Katalanen punktest du immer mit ein paar Brocken Katalanisch. Übersetzer sind also in Verhandlungen unverzichtbar, wenn du nicht fließend spanisch sprichst.
  • Ins Wort fallen: Es ärgert dich, dass dein spanisches Gegenüber dir ständig ins Wort fällt? Sieh es positiv: In Spanien signalisiert man seinem Gesprächspartner damit Interesse und Aufmerksamkeit – es ist keinesfalls ein Zeichen für fehlendes Benehmen oder eine schlechte Kinderstube.

3. Mit diesen Gesprächsthemen machst du dich in Spanien beliebt – oder unbeliebt!

Spanier reden wie schon erwähnt gerne, viel und laut und mit diesen Themen kannst du (fast!) nichts falsch machen:

  • dein eigenes Heimatland und seine Traditionen
  • Spaniens Kunst, Kultur und Traditionen
  • Sport, hier vor allem Fußball – natürlich solltest du dich in Madrid nicht als Barcelona-Fan bzw. in Barcelona als Anhänger von Real Madrid outen
  • Familie, vor allem Kinder. Auch im geschäftlichen Bereich solltest du private Fragen nach Familie, Kindern oder Hobbys nicht mit Schweigen begegnen. Spanier wollen während des Businessessen von der Arbeit abschalten und keine Probleme wälzen. Ernste Themen wie Krankheiten, Unglücke oder kontroverse Themen, die die Tischgesellschaft polarisieren oder provozieren könnte, solltest du also tunlichst vermeiden.

Diese Gesprächsthemen mit Geschäftspartnern und Kollegen sind deshalb Tabu und auch im privaten Kreise mit Vorsicht zu genießen:

  • die corrida de toros (Stierkämpfe) sind ein empfindliches Thema. Allerdings schwindet die Begeisterung der Spanier an dieser Art des “Kampfsports”, vor allem bei der jüngeren Generation.
  • die ETA
  • der spanische Bürgerkrieg und die Franco-Diktatur
  • Religion

4. Flirten ist in Spanien erlaubt

Für uns Deutsche mag es zunächst ungewohnt sein, in Spanien gehört es jedoch zur Tagesordnung: flirten auf der Arbeit. Betitelt ein Mann seine Kollegin als “Guapa” (Hübsche), hat das keine tiefere Bedeutung. Lass dich auf das Spiel ein, sofern du nicht als Spielverderber abgestempelt werden willst.

5. Spanische Unpünktlichkeit nicht persönlich nehmen

Spanier sind generell ein gemütliches Völkchen, Pünktlichkeit wird nicht besonders ernst genommen. Verspätungen bei Verabredungen von bis zu 30 Minuten sind völlig normal. Einzige Ausnahmen, bei denen auf pünktliches Erscheinen Wert gelegt wird sind Stierkämpfe, Fußballspiele und Theateraufführungen.

Noch mehr gefällig? Hier findest du die wichtigsten Benimmregeln in Spanien.

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