Halloween in Irland und Mexiko

Halloween in Irland und Mexiko

Halloween ist ein weltweiter Trend: Inzwischen ist aus dem traditionellen irischen Fest zur Erinnerung an die Toten ein milliardenschweres Business geworden. Immer mehr Menschen auf dem ganzen Planeten feiern das gruselige Fest, meist nach dem Vorbild der Halloween-Bräuche aus den USA. Dort ist Halloween ein Fest für die ganze Familie mit Süßigkeiten und Gruselkostümen. Aber auch in anderen Ländern gibt es ganz besondere Traditionen und Rituale zu Halloween. Wir zeigen, wie die Menschen in Irland und Mexiko Halloween feiern und welche besonderen Bräuche es dort gibt.

Irland: Das Geburtsland von Halloween

Irland ist das Mutterland von Halloween. Hier entstand das Fest im Mittelalter im Zusammenhang mit den katholischen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen. Als dann im 19. Jahrhundert viele Iren aufgrund von Armut und Hungersnöten in die USA auswanderten, brachten sie auch das Fest Halloween mit in die neue Welt. Aus Irland stammen deshalb auch viele traditionelle Halloween-Bräuche, die heute wie selbstverständlich in den USA zelebriert werden.

Irland ist das Mutterland von Halloween

Jack und seine Rübe: Eine irische Halloween-Tradition

So zum Beispiel das Aufstellen von geschnitzten Kürbissen: Der Legende nach war es dem Hufschmied Jack Oldfield (genannt Stingy Jack) gelungen, den Teufel zweimal zu überlisten. So hatte sich Jack 20 zusätzliche Jahre Lebenszeit ergaunert. Nach seinem Tod verweigerte ihm der Teufel deshalb den Zutritt zur Hölle – in den Himmel durfte Jack aufgrund seines zweifelhaften Lebenswandels jedoch auch nicht. So war Jacks Seele in einer kalten, dunklen Zwischenwelt gefangen. Licht spendete ihr dabei lediglich eine glühende Kohle in einer Rübe. In Erinnerung an Jack Oldfield und um den Teufel fernzuhalten stellen die Iren deshalb an Halloween eine beleuchtete Rübe auf – die sogenannte Jack O’Lantern. Erst in den USA wurde dann aus der Rübe ein Kürbis: Kürbisse gab es in den USA einfach in viel größeren Mengen.

Speisen zum irischen Halloween-Fest

Zu den traditionellen Gerichten zählen Barmbrack und Colcannon. Das Barmbrack ist ein Hefebrot mit Sultaninen und Rosinen, das mit Butter und einer Tasse Tee gereicht wird. An Halloween werden verschiedene kleine Objekte im Teig versteckt. Eine Münze bedeutet Reichtum, ein Ring eine bevorstehende Hochzeit und wer ein Tuch in seinem Barmbrack findet, der wird im nächsten Jahr wenig Glück haben. Der Calcannon ist ein deftiger Eintopf aus Kartoffeln, Grünkohl, Weißkohl, Milch und Butter. Auch hier werden kleine Gegenstände versteckt, aus denen sich Prognosen für die Zukunft ableiten lassen.

Mexiko: Ausgelassen feiern am Dia de los Muertos

Im katholischen Mexiko werden Allerheiligen und Allerseelen so ausgiebig gefeiert wie in keinem anderen Land der Erde. Drei Tage lang steht alles im Zeichen des Totengedenkens. Am 31. Oktober, dem Dia de los Muertos, kehren der mexikanischen Legende nach die Toten auf die Erde zurück und besuchen ihre alte Heimat. Die Mexikaner bereiten ihren Verstorbenen an diesem Tag einen überaus herzlichen Empfang: Einen eigens errichteten Altar schmücken sie mit Blumen, Süßigkeiten, Bildern des Toten sowie mit seinem Lieblingsessen. Auch eine Schale mit frischem Wasser stellen die Mexikaner neben dem Altar auf – schließlich soll der Geist des Verstorbenen sich die Hände waschen können, bevor er ausgiebig tafelt. Kerzen und allerhand Räucherwerk weisen dem Toten den Weg zu seinem Altar.

Catarina ist in Mexiko das Symbol für den Dia de los Muertos

La Catrina: Das bekannteste Skelett Mexikos

Am Dia de los Muertos ist eine mexikanische Figur omnipräsent: „La Calavera Garbancera“ ist ein weibliches Skelett mit einem sehr eleganten Hut, das von dem Künstler José Guadalupe Posada entworfen wurde. „La Catrina“ ist das bekannteste Symbol für den Tod in Mexiko und wird am Dia de los Muertos in verschiedenen Formen präsentiert, sei es als Statue, Bild oder sogar Spielzeug. Der Totenschädel ist auch eine beliebte Verkleidung am Dia de los Muertos und es gibt sogar Totenköpfe aus Schokolade und Zucker als Geschenke für die Lebenden und Toten.

Halloween heißt in Mexiko Dia de los Muertos

Ein farbenfrohes Fest – aber ohne Parade

Der Dia de los Muertos ist kein Fest zum Fürchten und Gruseln wie in den USA, sondern ein positiver und freudiger Feiertag im wahrsten Sinne des Wortes. Die Mexikaner nutzen den Tag, um ihren verstorbenen Geliebten zu gedenken und die Erinnerung an sie wach zu halten. Eine lautstarke und grelle Parade findet jedoch nicht statt – auch wenn der neueste James Bond Film Spectre uns das vorgaukeln wollte:

 

Doch weil sich die Szene des ausgelassenen Festumzugs bei Kinogängern und Mexiko-Touristen einer enormen Beliebtheit erfreut, denkt der Tourismus-Minister von Mexiko jetzt ernsthaft darüber nach, in Zukunft einfach eine Parade nach dem Vorbild des Blockbusters zu veranstalten. Wer weiß: Vielleicht zählt also in einigen Jahren auch die traditionelle „Dia-de-los-Muertos-James-Bond-Parade“ zu den mexikanischen Halloween-Bräuchen?!