Fremdsprachen und Fußballprofis – Matthäus‘ Erben

Fremdsprachen und Fußballprofis – Matthäus‘ Erben

Kommunikationsstärke wird in bunt zusammengewürfelten Teams immer entscheidender für den großen Erfolg. Damit wächst auch der Druck auf Fußball-Profis, die Landessprache zügig zu lernen. Top-Vereine investieren in die sprachliche Ausbildung der Talente, wohl wissend, wie wichtig Sprachkenntnis für die Integration ist.

Deutsche im sprachlichen Abseits?

Fremdsprachenkenntnisse von deutschen Fußballern rufen bei Fans oft wenig glorreiche Interviews ins Gedächtnis. So erinnert manche Pressekonferenz eher an einen provinziellen Bolzplatz als an die schimmernde Welt des internationalen Fußballs. Anders als die Fußballprofis glänzt so mancher Deutsche aber auch neben dem Platz mit perfektem Englisch, Französisch oder Spanisch.

Legionäre, also Profis, die bei ausländischen Vereinen unter Vertrag stehen, sind aus den Top-Ligen Europas nicht mehr wegzudenken. So mancher Verein spielt gar komplett ohne einen einheimischen Profi. Auch die Deutschen schnüren zunehmend ihre Fußballschuhe für internationale Teams wie Juventus Turin oder Real Madrid.

Teamgeist durch Sprache

Der Teamgeist steht beim Fußball absolut im Zentrum und wird dementsprechend werbewirksam vermarktet. Durch Sprache lässt sich Zusammengehörigkeit im Team entwickeln und Erfolg erzielen. Beim Bundesliga-Verein Eintracht Frankfurt waren in der Saison 2016/17 Spieler aus 15 Nationen unter Vertrag. Solche Konstellationen sind oft keine Seltenheit und sorgen häufig für Kommunikationsschwierigkeiten. Oft werden die sprachlichen Barrieren dann als Grund für Misserfolge herangezogen. Mangelnde Kenntnisse führten zu Isolation oder Grüppchenbildung. Uli Hoeneß ließ sich gar zur Forderung hinreißen, Deutsch als Amtssprache in der Kabine einzuführen. Das zeigt aber, wie wichtig das Thema für die Clubs im internationalen Fußball ist. Ob auf dem Dorf oder in den großen Stadien – wer langfristig bei einem Verein erfolgreich sein will, wird um die Landessprache nicht herumkommen.

Sprachliche Führungsspieler

Der ehemalige Spieler und jetzige Trainer Pep Guardiola überraschte bei seinem Debüt beim FC Bayern, als er seine erste Pressekonferenz auf Deutsch abhielt und durchblicken ließ, er habe für die neue Herausforderung ein Jahr lang Deutsch gelernt. In seiner Zeit bei Bayern wechselte er zwar zuweilen ins Spanische, doch seine sprachlichen Leistungen waren vortrefflich und für so manchen Sprachschüler eine Inspiration.

Kevin Trapp, seines Zeichens deutscher Nationalspieler, wechselte 2015 von Frankfurt nach Paris zum französischen Club Saint Germain und beeindruckte die anwesende französische Presse mit einwandfreiem Französisch. Chapeau! Trapp gehört zu einer neuen Generation Spieler, die auch neben dem Platz bei der Arbeit mit den Medien glänzen. So gaben Per Mertesacker, Sami Khedira und Nuri Sahin nach kürzester Zeit in ihren Vereinen Interviews auf Englisch, Spanisch und Italienisch und ließen die Herzen ihrer Anhänger höher schlagen.

Neben der Leistung auf dem Feld ist das Erlernen der Landessprache ein Zeichen für Respekt und Engagement. Somit werden die prominenten Spieler ihrer Vorbildfunktion gerecht und inspirieren Schüler dazu, nicht nur auf dem Bolzplatz nach der Schule alles zu geben.