Das Wissen der Vielen – über Crowdsourcing

Outsourcing war gestern. Der neueste Trend heißt Crowdsourcing! Dabei werden Aufgaben, nicht wie früher an Billigarbeiter in Fernost übertragen, sondern einer „crowd“. Natürlich kommt der neueste Trend wieder aus den USA, aber inzwischen gibt es auch in Europa ein immer größeres Interesse.

Das erste mal, dass eine breitere Öffentlichkeit auf das Konzept des CrowdsourciCopyright EPI2ohng aufmerksam wurde, war der Oil Spill im Golf von Mexiko 2010.  Damals war die Betreiberfirma BP ziemlich ratlos, wie sie das Leck stopfen sollte, weshalb sie die Öffentlichkeit aufforderten ihnen Lösungsvorschläge zuzusenden. Daraufhin gingen bei BP 43.000 konkrete Vorschläge aus über 100 Ländern ein, wie man das Problem lösen könnte. Wie wir heute wissen, konnte auch diese Verzweiflungstat nicht dazu beitragen, dass das Leck frühzeitig geschlossen wurde, aber es war das erste mal, dass das Konzept, ein Problem von einer Crowd lösen zu lassen im großen Stil angewendet wurde. Natürlich gibt es daneben zahlreiche andere Beispiele, die erfolgreicher verlaufen sind und bei denen sich das Wissen einer Crowd bewährt hat.

Im Jahr 2006 erschien im amerikanischen Wired Magazin ein Artikel, der das Phänomen Crowdsourcing als erstes beschrieb. Von diesem Artikel leitet sich nicht nur der Name „Crowdsourcing“ ab, es war auch der Startschuss für ein neues Innovationskonzept, bei dem man heute noch nicht weiß, wohin es sich entwickelt und was daraus einmal werden wird. Seit diesem Jahr interessieren sich auch in Deutschland immer mehr Leute für dieses Thema, wie die seitdem stets steigenden Suchanfragen bei Google zeigen.

Wie funktioniert Crowdsourcing?

Im Grunde ist das Konzept nicht sehr kompliziert: Die Firma X braucht ein neues Verpackungsdesign für ein Produkt. Da die letzten Verpackungen nicht besonders erfolgreich waren, beschließt das Marketing dieses mal nicht wieder ein teures Designerbüro zu beauftragen, sondern eine „Crowd“. Dafür stellt sie ihr Problem auf einer der vielen Crowdsourcingplattformen vor und setzt auf die Lösung des Problems ein Preisgeld von 1000 Euro aus. Nun kann sich jeder Internetnutzer, egal ob Amateur oder Profi, der Interesse an der Materie hat, auf der Website registrieren und an der Lösung mitarbeiten. Sollte sein Vorschlag von der Firma angenommen werden, darf er sich über einen netten Zusatzverdienst freuen. In der Tat sind Designs oder neue Produktnamen heutzutage noch die häufigsten Anwendungsbereiche fürs Crowdsourcing.

Die Vorteile:

Der Auftraggeber bekommt für wenig oder sogar gar kein Geld kundenorientierte Lösungen und kann sich so zusätzliches Know-how in die Firma holen. Im besten Fall sind die Auftragsbearbeiter Leute, die sich in der Materie auskennen und Freude daran haben die Aufgabe zu bearbeiten. Das können z.B. Rentner sein, die früher in dem betreffenden Gebiet gearbeitet haben oder Studenten, die neben dem Studium noch etwas Zeit haben oder ganz einfach Workaholics, die von ihrer Arbeit nicht genug bekommen können. Das Faszinierende an dem Konzept ist, dass das Know-how auf das der Auftraggeber zurückgreift theoretisch unendlich groß ist, da theoretisch jeder Mensch sein Wissen einbringen kann. In der Praxis sind es dann doch eher begrenzte Communities die sich aktiv am Crowdsourcing beteiligen, da nicht jeder Lust hat seine Freizeit (oft) unentgeltlich einer unbekannten Firma zur Verfügung zu stellen.

Die Nachteile:

Nicht immer sind solche Ausschreibungen mit einer Prämie verbunden und selbst wenn, am Ende bekommt meist nur einer das Geld. Während ein anderer Bearbeiter, der vielleicht genauso viel Zeit investiert hat und eine ähnlich gute Lösung hat, leer ausgeht. Außerdem sind die Prämien oft viel zu niedrig im Vergleich zur investierten Zeit oder es gibt gar kein Geld. In einem solchen Fall hat Crowdsourcing schnell den Charakter von Ausbeutung. Vor nicht allzu langer Zeit brachte zum Beispiel der Spielzeughersteller LEGO eine Modellreihe heraus, die komplett von Kunden entwickelt wurde. Die Kunden bekamen dafür kein Geld, dafür werden die Namen der Fans auf die Schachtel gedruckt. Der Konzern konnte so eine komplette Modellreihe auf den Markt bringen ohne auch nur einen einzigen Euro für einen Entwickler zu bezahlen.

Aber auch für die Auftraggeber birgt Crowdsourcing Nachteile. Wegen dem offenen Charakter von crowdsourcing können sich auch Leute anmelden, die keine Ahnung von dem haben was gefordert wird. So kann ein Auftrag noch so lange online sein ohne, dass wirklich qualifizierte Lösungsvorschläge kommen. In dem Fall muss dann doch wieder ein „normaler“ Profi engagiert werden.

Eine mögliche Lösung:

Der Sprachdienstleister lingoking hat ein eigenes Konzept entwickelt, um die oben beschriebenen Nachteile möglichst zu minimieren, ohne auf die Vorteile von Crowdsourcing verzichten zu müssen. lingoking funktioniert nach folgendem Prinzip: Ein Kunde braucht einen Dolmetscher für ein Telefonat. Nun ist es nicht so einfach einen solchen auf die Schnelle aufzutreiben. Deswegen geht er auf die Website von lingoking und stellt einen Auftrag ein. lingoking vermittelt ihm daraufhin einen Dolmetscher aus der Firmeneigenen Dolmetschercrowd. Das heißt, wie beim „normalen“ Crowdsourcing wird auch ein Auftrag, in diesem Fall ein Übersetzungsauftrag an eine Crowd outgesourct. Für diese Crowd muss man sich allerdings vorher registrieren, was nur mit einer staatlich annerkannten Dolmetscherakreditierung möglich ist. Die Dolmetscher werden darauf pro Minute nach einem vorher festgesetzten Tarif bezahlt.

Mit dieser Strategie werden die Hauptnachteile von Crowdsourcing beseitigt:

  •  Nur qualifizierte Dolmetscher bearbeiten einen Auftrag.
  • Durch faire Preise und minutenweise Abrechnung werden die Dolmetscher angemessen entlohnt, ohne dabei die Kunden zu sehr zu belasten.
  • Falls Sie weiteres Interesse an unserer Firma lingoking haben, dann besuchen Sie uns doch auf unserer Homepage www.lingoking.com oder kontaktieren uns direkt.

Konrad Meinl, lingoking GmbH

Bild: Copyright EPI2oh bei flickr.com

Quellen:

http://www.zeit.de/2006/39/Do-it-yourself

http://www.wired.com/wired/archive/14.06/crowds.html?pg=1&topic=crowds&topic_set=

http://www.guardian.co.uk/environment/2011/jul/12/bp-deepwater-horizon-oil-spill-crowdsourcing