Grenzenlos online shoppen – Abmahnsicherer Versand ins Ausland

Grenzenlos online shoppen – Abmahnsicherer Versand ins Ausland

Gastartikel von Yvonne Bachmann, Autorin für den Händlerbund.

An den nationalen Grenzen ist längst nicht mehr Schluss. Der Online-Handel macht es möglich, dass die Schokolade aus dem letzten Belgien-Urlaub oder das exklusive Parfüm vom New York-Trip problemlos im Internet nachgeordert werden können. Dank eines schnellen Versandes und sicherer Zahlungsarten mit Käuferschutz wagen es immer mehr Menschen, in ausländischen Online-Shops einzukaufen. Online-Händler sind sich jedoch immer noch unsicher, wenn es um die rechtliche Komponente geht.

Schritt 1: Zielgruppe definieren und angeben

Auch wenn es für den Anfang nicht die Lieferung in den letzten Winkel der Welt sein muss. Zunächst können Händler auch kleine Brötchen backen und ihre Zielgruppe eingrenzen. Entscheiden Sie jedoch genau, welche Länder Sie beliefern wollen und benennen Sie diese zentral im Shop, z.B. unter einer Schaltfläche „Zahlung und Versand“. Auch während des Registrierungsprozesses muss bei der Eingabe der Adresse das Zielland angegeben werden. Oftmals gibt es hier Widersprüche, die unnötig sind und zu vorzeitigen Kaufabbrüchen führen können.

Schritt 2: Versandkosten berechnen und kenntlich machen

Kunden, die im Ausland einkaufen, zahlen für die Lieferung oft das Zwei- bis Fünffache des Kaufpreises im Inland. Daher sind die Verkäufer gefordert, transparente und attraktive Versandkostenmodelle für ihre Kunden zu entwickeln. Wenn Sie sich entschieden haben, eine Reihe von Ländern in den Lieferkreis aufzunehmen, müssen potenzielle Kunden natürlich wissen, was der Versand kosten würde. Entstehen zusätzliche Fracht-, Liefer- oder Versandkosten oder sonstige Kosten, so ist die Höhe dieser Kosten anzugeben, wenn diese vernünftigerweise im Voraus kalkulierbar sind.

In Fällen, in denen diese Kosten nicht vernünftigerweise im Voraus kalkulierbar sind (z.B. bei Speditionsartikeln), hat der Unternehmer darauf hinzuweisen, „dass“ solche Mehrkosten entstehen können. Denken Sie aber daran: Keine Transparenz für Ihre Kauf-Interessenten bedeutet: keine Conversions. Konkrete Zölle, Steuern oder Gebühren sind dem Kunden jedoch vor Auftragserteilung nicht zu nennen. Dies ist Sache des Bestellers selbst.

Schritt 3: Liefermodalitäten klären und mitteilen

Im E-Commerce besteht die Verpflichtung, dem Kunden einen „Liefertermin“ für die Produkte zu nennen. Für internationale Online-Händler stellt sich hier das Problem, dass die Lieferzeiten auch für das Ausland festgelegt werden müssen, was in der Praxis gar nicht so einfach ist. Banklaufzeiten und Postwege sind in die Berechnung der Lieferzeit ebenfalls einzubeziehen, was oft vergessen wird. Wägen Sie sorgfältig ab, wie lange die Lieferzeit gewählt werden muss, um die Lieferung zu gewährleisten und insbesondere den Kunden nicht durch (zu) lange Lieferzeiten zu verärgern.

Schritt 4: Einfuhrbestimmungen recherchieren

Neben den Fracht-, Liefer- und Versandkosten ist es für Kunden in anderen Ländern interessant zu wissen, ob die behördlichen Einfuhrbestimmungen einzuhalten sind. Für den Versand sind sogenannte „Zollerklärungen“ einzureichen. Darüber hinaus hat sich der Verkäufer mit den Transportvorschriften seines Transportunternehmens auseinanderzusetzen. Viele Transportunternehmen haben spezielle Vorschriften für den Versand in andere Länder.

Selbstverständlich unterliegt die Einfuhr von Spezialgütern wie Waffen, Tieren und anderen sensiblen oder gefährlichen Gütern strengeren Einfuhrbestimmungen. Hierfür kann eine gesonderte Genehmigung erforderlich sein. Generell sind zoll- und einfuhrrechtliche Fragen von Land zu Land sehr unterschiedlich. Um jegliche Risiken von Lieferverzögerungen zu vermeiden, sollten Händler sich bei ihrem Spediteur erkundigen. Die Versanddienstleister haben in der Regel detaillierte Anweisungen für den Versand in andere Länder vorbereitet.

Der Händlerbund hilft

Eine Internationalisierung ihres Unternehmens verursacht vielen Händlern einen enormen Mehraufwand bei der ohnehin schon komplexen rechtlichen Absicherung ihrer Internetpräsenzen.  Der Händlerbund steht Online-Händlern bei juristischen Fragen als kompetenter Partner zur Seite. Wenn Sie sich als Kunde von lingoking für die umfangreichen Rechtsdienstleistungen des Händlerbundes entscheiden, erhalten Sie mit dem Rabattcode P1077#2018 einen Nachlass von 2 Monaten auf das Mitgliedschaftspaket Ihrer Wahl. Jetzt informieren!

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Über die Autorin

Yvonne Bachmann ist seit 2013 als Rechtsanwältin für den Händlerbund tätig. Dort berät sie Online-Händler in Rechtsfragen und berichtet auf dem Infoportal OnlinehändlerNews regelmäßig zu Rechtsthemen, welche die E-Commerce- Branche bewegen. Außerdem ist sie eine bundesweit gefragte Referentin, Interviewpartnerin und Gastautorin.