Weltsprache Französisch – zur Geschichte Frankreichs und zur Verbreitung der französischen Sprache

Weltsprache Französisch – zur Geschichte Frankreichs und zur Verbreitung der französischen Sprache

Französisch – schwierige aber erotische Sprache

Bei Schülern meist als Fremdsprache unbeliebt da so furchtbar “kompliziert“ und schwer auszusprechen, war Französisch, das zur indogermanischen Sprachfamilie gehört und hier dem romanischen Sprachzweig zugeordnet wird, schon vor Englisch eine internationale Weltsprache.

Pardon? Das einzige, an das du dich erinnern kannst ist, dass Französisch ziemlich schwierig ist? Bevor du dich mit – eventuell fehlerhaften – Übersetzungen herumquälst, helfen dir unsere Dolmetscher von lingoking gerne weiter -> www.lingoking.com

Auch heute noch ist Französisch offizielle Amtssprache von 29 Staaten auf 5 Kontinenten: Europa, Amerika, Afrika, Asien und Ozeanien. Damit ist die Romanische Sprache für rund 115 Millionen Menschen die Muttersprache – davon sind nur 65 Millionen Einwohner Frankreichs.
Wir wollen euch einige wichtige Einblicke in die Geschichte Frankreichs geben. Erfahrt, weshalb auf der ganzen Welt die Sprache mit dem Erotikfaktor – wer kennt nicht die Werbung mit (H)arald und „die Bier, die so schön prickelt in meine Bauchnabel“ – so weit verbreitet ist. Dazu gibt es spannendes, historisches Hintergrundwissen und Facts, die im Fundus deiner Allgemeinbildung nicht fehlen sollten. Zum Schluss stellen wir euch zwei Reiseziele vor, die zur Überseeregion Frankreichs gehören….viel Spaß beim Träumen!:)

Historische Hintergründe der französischen Sprache – französische Kolonien

Aufgrund der Kolonialpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts hat sich die französische Sprache auf allen Kontinenten der Erde etabliert. So befinden sich rund 20% der Fläche Frankreichs außerhalb des europäischen Kontinents. Die Überseegebiete wie beispielsweise Französisch-Guadeloupe, La Réunion oder Martinique – insgesamt gibt es in den Übersee-Regionen circa 2, 7 Millionen Einwohner – zählen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Frankreich dennoch zur Europäischen Union. Am 23. Februar 2005 wurde in Frankreich ein Gesetz verabschiedet, das die Geschichte der “französischen Präsenz auf anderen Kontinenten” an Schulen und Universitäten vor allem als positiv bewerten soll. Verständlicherweise führte dieses den Kolonialismus idealisierende Gesetz zu scharfer Kritik und Empörung, sowohl seitens der inländischen Linken als auch seitens der ehemaligen Kolonien.

Kolonialismus – aber wozu? Wie andere Utopien auch, wurzelt der kolonialistische Gedanke vor allem in dem Bestreben, die nationale Macht zu expandieren und kulturelle, historische, humanistische und auch religiöse Werte in der Welt zu verbreiten. Nicht zuletzt wollte man mit der Kolonialherrschaft über Ressourcen, Handelsniederlassungen und wichtige Verkehrswege in den eroberten Gebieten verfügen.

Mit der sechsmonatigen Pariser Kolonialausstellung 1931 erreichte die Kolonialisierung Frankreichs ihren Höhepunkt. Mehr als 33 Millionen Besucher kamen zu der Exposition, die sich zum Ziel gesetzt hatte, ein versöhnliches Licht auf Frankreichs Kolonialpolitik zu werfen und die harsche Kritik Deutschlands, Frankreich sei ein Ausbeuter der Kolonien, abzuwenden. Ab dem zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts wurden antikolonialistischen Stimmen vor allem aus den Reihen der französischen Eliten, die von Frankreich in den kolonialisierten Gebieten ausgebildet worden waren, unaufhörlich lauter. Bis heute gibt es ehemalige französische Kolonien, die unter dem Begriff Überseedépartement bzw. Überseeregion Teil Frankreichs sind. Mit diesen verbliebenen Gebieten und deren dazugehörigen Hoheitsgewässern besitzt Frankreich mit rund 11 Mio. km² die zweitgrößte Meeresfläche hinter den USA.

Fakten rund um Frankreich und die französische Sprache

Vom Sonnenkönig, dem Kampf gegen Anglizismen und dem TGV, dem schnellsten Zug der Welt

  1. Bereits im 12. Und 13. Jahrhundert war Französisch die Sprache Europas. An europäischen Adelshöfen wurden muttersprachliche französische Lehrer angestellt, die den Kindern die Sprache lehren sollten. Ab dem 16. Jahrhundert wurde Französisch mehr und mehr zur internationalen Kommunikationssprache und löste damit das Lateinische ab. Unter Ludwig XIV. (1643-1715), Frankreichs Sonnenkönig, erreichte der Einfluss der französischen Sprache in Europa seinen Höhepunkt. Sie war nicht nur die Sprache der Wissenschaftler und Diplomaten, sondern auch offizielle Gesellschaftssprache.
  2. „Aux armes, citoyens!“ (Zu den Waffen, Brüder!) Das Lied der französischen Revolution, der heutigen französischen Nationalhymne – La Marseillaise – wurde im Jahre 1792 nicht in Marseille, sondern in Strasbourg komponiert. Zitiert wird die vielleicht berühmteste Tonfolge überhaupt von zahlreichen Musikern von Weltrang, darunter Schumann in seinem „Faschingsschwank aus Wien“ (Op. 26) und „Die beiden Grenadiere“ (Op. 49), Debussy und die Beatles in dem Song „All You Need is Love“.
  3. Descartes, Montesquieu, Rousseau, Voltaire, Victor Hugo, Paul Valéry, Jean-Paul Sartre, die Menschenrechte, Revolution und Republik, die Freiheit des Denkens, Paris – Stadt der Kunst… die „Grande Nation“ hat über Jahrhunderte hinweg die Weltgeschichte beeinflusst.
  4. Frankreich grenzt an drei Meere: Mittelmeer, Ärmelkanal und Atlantischer Ozean.
  5. Wie auch in Spanien (siehe letzter Blog über Fettnäpfchen in Spanien: http://blog.lingoking.com/background/fettnapfchen-in-spanien-viva-espana/), so spielt auch in der französischen Kultur das Begrüßungsküsschen – „Bisous“ – eine bedeutende Rolle. Man küsst sich sowohl unter Bekannten, Freunden als auch in der Familie gegenseitig auf die Wangen – unabhängig vom jeweiligen Geschlecht. Die Anzahl der „Bisous“ variiert je nach Region und Beziehungsstatus: in der Bretagne gibt man sich meist nur ein Wangenküsschen, in Paris 4. Unter guten Freunden 4, bei Bekannten meist nur 2.
  6. Frankreich ist seit jeher stolz auf seine Sprache. Bereits 1635 wurde unter Ludwig XIII. von Kardinal und Minister Richelieu zur „Pflege“ der französischen Sprache die Académie Française in Paris gegründet. 1994 führte das sprachstolze Land ein Gesetz zum Schutz der Sprache ein, das sogenannte „Loi Toubon“, wonach beispielsweise Anglizismen im offiziellen Sprachgebrauch vermieden werden müssen. So heißen in Frankreich E-Mails „ Courriels“, ein Hacker wird als „pirate“ bezeichnet. Weitere Folge des Gesetzes ist, dass öffentliche Radiosender einen Anteil von 40% an Liedern in französischer Sprache spielen müssen. 2005 wurde das Gesetz weiter verschärft.
  7. Der Name ist Programm: Der schnellste Zug der Welt fährt durch Frankreich. Die Rekordgeschwindigkeit des TGV (Train à Grande Vitesse) beträgt 579,6 Kilometer pro Stunde!

Beliebte Urlaubsziele auf französischem Boden – Martinique und Korsika

Zwischen dem karibischen Meer und dem Atlantischen Ozean und ungefähr 6.850 km von Paris entfernt, liegt die „Blumeninsel“ (Madinina) Martinique. Die karibische Insel ist eine ehemalige Kolonie Frankreichs und Geburtsort von Kaiserin Joséphine Bonaparte, Gemahlin Napoleons. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs gehört sie wie einige weitere ehemalige Kolonien zu den Übersee-Départements und Übersee-Regionen (französisch Département d’outre-mer et région d’outre-mer, Abkürzung DOM-ROM). Die bergige Insel mit ihrem tropischen Regenwald ist reich an Exotik. Nur 5% der Bevölkerung ist europäischen Ursprungs, 80% afrikanischen Ursprungs und etwa 15% afro-indischer Herkunft.

Die Mittelmeerinsel Korsika trug schon in der griechischen Antike den Namen „kalliste“, die Schönste. Die Geburtsstätte von Napoleon Bonaparte, Kaiser der Franzosen, ist eine Region Frankreichs und hinter Sizilien, Sardinien und Zypern das viertgrößte Eiland des Mittelmeers. Beeindruckend ist vor allem die imposante, gewaltige Gebirgslandschaft. An der Westküste ragt der Monte Cinto – mit 2706 Metern der höchste Berg der Insel- über Korsika auf. Die Kombination aus Meer, traumhaften Stränden und abenteuerlichen Passstraßen macht Korsika zu einem Paradies für alle Outdoorsportler. Vor allem im Frühjahr, zur Blütezeit der Macchia, wenn noch nicht so viele Urlauber vor Ort sind, kommt die „raue Schönheit“ der Insel auf ganz besondere Weise zum Vorschein.

Quellenangaben:

Bildmaterial:

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